Schwob AG

150 Jahre Schwob AG 

Die älteste Leinenweberei der Schweiz hat Grund zum Feiern

Im Herzen der Schweiz, in Burgdorf im Emmental, steht die älteste noch vollständig erhaltene Leinenweberei des Landes. Hier produziert die Schwob AG seit 1872 nachhaltige Bett- und Tischwäsche in Top-Qualität. Was als kleine Weberei vor 150 Jahren begann, ist heute eines der modernsten Textilunternehmen Europas. Dem Schweizer Standort im Emmental ist die Schwob AG treu geblieben. Hier werden mit modernen Jacquard-Webmaschinen Textilien von Weltruf produziert. Was steckt hinter der Erfolgsstory von Schwob?

Das im Jahr 1872 gegründete Schweizer Unternehmen beschäftigt aktuell rund 220 Mitarbeitende und betreibt neben der Leinenweberei in Burgdorf fünf moderne Wäschereien. Die Schwob AG ist nach wie vor in Familienbesitz und ist die einzige Schweizer Leinenweberei für die Hotellerie und Gastronomie, welche zudem auch immer noch am ursprünglichen Standort im Emmental selbst produziert.

Die Leinenweberei hat im Emmental eine jahrhundertealte Tradition. Die Schwob AG führt diese Tradition bis heute fort und setzt gleichzeitig auf Innovation und Spitzentechnologie. Die Firma tut dies mit Erfolg: Schwob gehört national und international zu den führenden Anbietern hochwertiger Textilien für die Hotellerie und Gastronomie sowie für das Gesundheitswesen. Und die Hightech-Leinenweberei gehört zu den leistungsfähigsten Webereien Europas. Elf elektronische Jacquard-Webmaschinen koordinieren insgesamt 70‘000 einzeln angesteuerte Fäden. Dank der umfassenden und raffinierten Einzelfadensteuerung können die Kunden ihrer Fantasie freien Lauf lassen: Individuelle Dessins, raffinierte Effekte oder persönliche Logos – bei der Schwob AG ist alles auch in relativ kleinen Mengen realisierbar.

Allerdings: Der überdurchschnittlich hohe Technologie-Standard in der Weberei allein genügt nicht, um die einzelnen Produkte bis ins letzte Detail zu fertigen. Deshalb nähen, schneiden und finalisieren die spezialisierten Mitarbeitenden in der Konfektionsabteilung die Stoffe in präziser Handarbeit.

Ausgewiesene Fachkräfte in Beratung und Administration, Design und Produktion (Weberei), Konfektion, Qualitätskontrolle und Spedition sichern die hohen Qualitätsansprüche der Schwob AG. Seit vielen Jahren mit dem Oeko-Tex®-Label zertifiziert, erwarb die Firma Schwob AG 2010 auch ein ISO-Zertifikat 9001. Das Team führt jeden Arbeitsschritt professionell und engagiert aus, angefangen beim Materialeinkauf über Design, Herstellung und Verarbeitung bis hin zur Auslieferung mit einem optimal ausgebauten Dienstleistungspaket rund um die Wäsche für Tisch, Bett, Küche und Bad.

Worin aber liegt das eigentliche Erfolgsprinzip des 150-jährigen Unternehmens? „Uns ist es gelungen, von der Tradition in die Innovation zu gehen. Ich bin überzeugt, das ist der Schlüssel des Erfolgs“, so Stephan Hirt, Vorsitzender der Geschäftsleitung und Mitinhaber der Schwob AG. „Wir produzieren zwar nach wie vor – heute sogar als einzige Firma – Textilien für die Hotellerie, Gastronomie und das Gesundheitswesen in der Schweiz, sind aber gleichzeitig ein modernes, innovatives und kundenorientiertes Dienstleistungsunternehmen geworden.“

Die Weberei in Burgdorf sei nach wie vor ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal, erklärt Stephan Hirt. „Ohne Weberei wären wir ja auch nicht so erfolgreich. Schwob ist möglicherweise das einzige Textilunternehmen weltweit, das gleichzeitig eine Weberei und eine Wäscherei ist. Wir verfügen über die ganze Kompetenz – vom Garn, über die Textilherstellung bis hin zum Wassertropfen, also bis zur hochwertigen und professionellen Textilpflege.“ Fazit von Schwob-CEO Stephan Hirt: „Ich kenne kein Unternehmen, das gleichzeitig beide Bereiche, Weberei/Textilfertigung und Wäscherei, nahtlos umfasst. Wir verfügen somit ohne Reibungsverluste über die gesamte Wertschöpfungskette. Alles aus einer Hand, lautet unser Firmenmotto, wovon der Kunde unmittelbar profitiert und dies ohne Naht- resp. Schnittstellen.“

Ganz klar: Auch die Schwob AG setzt auf Nachhaltigkeit. Es geht darum, Textilien möglichst umweltschonend oder ökologisch zu produzieren und zu waschen. Schwob-CEO Stephan Hirt meint dazu: „Das Thema Nachhaltigkeit liegt sozusagen in unserer DNA. Wir leben dies täglich, indem wir in der Schweiz produzieren und die Textilien umweltschonend waschen. Nachhaltigkeit hat viele Aspekte: ökologische, regionale, soziale oder logistische. Unsere Lastwagen erfüllen die neusten Euronormen und fahren mit der Wäsche der Kunden nicht hunderte Kilometer durch die halbe Schweiz oder sogar ins Ausland, weil man dort billiger wäscht. In allen wichtigen Regionen der Schweiz betreiben wir Wäschereien oder arbeiten mit Partnern, so dass die Fahrtwege möglichst kurz sind. Wir sind nahe beim Kunden und schaffen damit erst noch Arbeitsplätze in der jeweiligen Region.“

Nachhaltigkeit bedeutet bei Schwob auch Swissness. In Burgdorf produziert das Unternehmen pro Jahr bis zu 300 Kilometer Stoff. „Wir kaufen das Garn in Europa, wir entwickeln, gestalten und weben die Textilien im Haus, auch die Veredelung findet in Zofingen in der Schweiz statt, wir nähen in unserem Atelier in Burgdorf, später waschen wir die Textilien in unseren fünf Wäschereien in der Schweiz. Das ist Swissness pur – 100 Prozent“, so Stephan Hirt.

Was die Zukunft der Schwob AG betrifft, ist Stephan Hirt zuversichtlich: „Ich denke, wir können unsere marktführende Stellung in den nächsten Jahren weiter ausbauen. Im gesamten Dienstleistungsbereich Mietwäsche-Vollservice sind wir – national gesehen – der Marktführer. Wir sind in diesem Bereich auch Pioniere. Ich bin überzeugt, dass das Qualitätsbewusstsein auch im Textilbereich – nicht zuletzt dank Corona und Lieferengpässen bei Importprodukten – weiter und stark zunehmen wird.“

Und noch etwas ist dem Schwob-CEO wichtig: „Wir schaffen es, neue individuell hergestellte Textilprodukte, zum Beispiel für eine Hotel- oder Gastronomiegruppe, acht bis zehn Wochen nach Bestelleingang auszuliefern. Das können Billiganbieter aus China nicht.“ Stephan Hirt ist auch überzeugt, dass die Weberei in Burgdorf auch in fünfzig Jahren noch existiert. Denn in der Schweiz gibt es viele Kunden, die nicht riesige Mengen einkaufen und die hohe Flexibilität der letzten Weberei in der Schweiz schätzen. Dadurch können sich Hotels und Restaurants beim Ambiente und in der Qualität von ihrem Gesamtprodukt entsprechend positionieren.“